Drohne: Versicherung nötig ?

Ratgeber

Drohnen und Quadrocopter: Flugrisiken

Dies gehört auf den ersten Blick nicht zur Versicherungsthematik; auf den zweiten Blick, jedoch…

In den letzten Monaten hält ein neuer Trend unser Land fest im Griff: Viele Leute kaufen Drohnen, die auch Quadrocopter o.ä. genannt werden, da diese nun billig genug für den Erwerb durch Privatpersonen geworden sind.

Unterschiedliche Preisklassen

Die günstigsten Fluggeräte kosten ungefähr 30€ – diese haben oft die Größe einer Handfläche und sollten nur in der Wohnung geflogen werden. Wer halbwegs professionell sein will, kann ein Fluggerät ab ungefähr 3000€ kaufen. Geräte für Profis, auf der anderen Seite, haben mindestens den Wert eines mittelgroßen Autos.

Wer darf Drohnen fliegen?

Im Prinzip darf jeder eine Drohne fliegen – eine spezielle Genehmigung ist nur erforderlich, wenn die Benutzung kommerzieller Natur ist. In Hessen, zum Beispiel, sind die Regionalräte dafür verantwortlich, diese zu erteilen. Eine Genehmigung wird allerdings benötigt, sollte die Drohne über 5kg wiegen.

Wo darf man fliegen?

Theoretisch darf man mit einer Drohne überall fliegen, solange die Sicherheit Anderer gewährleistet ist. Praktisch gibt allerdings Einschränkungen: In den Kontrollzonen von Flughäfen, ca 1.5km um den Flughafen herum, darf man nicht ohne die Erlaubnis der Luftverkehrskontrolle

abheben. Das Überfliegen von Menschenmassen, Industrieanlagen und Katastrophengebieten ist verboten. Das Gleiche gilt für das Regierungsviertel in Berlin.

Kann darf filmen?

Die HD Kameras, die an den Drohen angebracht sind, können nun relativ gute Landschaftsbilder schießen. Mit einer professionellen Drohne wird das Bild sogar messerscharf. Dies ist jedoch ein relativ heikles Thema: Fotografieren mit einer Drohne fällt normalerweise nicht unter die sogenannte „Panoramafreiheit“, die besagt, dass jeder alles fotografieren und veröffentlichen kann, was er oder sie in öffentlichen Gebieten ohne Hilfsmittel sehen kann. Eine Drohne jedoch ist ein Hilfsmittel, mit dem man zwar fotografieren kann, aber diese Bilder darf man dann nicht immer veröffentlichen.

Außerdem sollte man nicht in Gebieten fotografieren, in dem man Andere aufs Bild kriegen könnte, also z.B. die Nachbarn beim Sonnenbaden usw.

Braucht man eine Versicherung?

Jetzt wird es spannend. Der Drohnenpilot ist verantwortlich für alle Schäden die von ihm oder seinem Fluggerät verursacht worden sind. Doch Drohnen, Modellflugzeuge und ähnliche Fluggeräte werden normalerweise nicht von der Privatversicherung abgedeckt. Das Risiko kann durch eine spezielle Drohnenversicherung abgedeckt werden, anders ist es nicht möglich –  man braucht eine spezielle Modellflugversicherung.

Fazit: Drohnen sind im Kommen – es ist wichtig, das im Hinterkopf zu behalten. Fliegen Sie niemals eine Drohne ohne die dazugehörige Haftpflichtversicherung abgeschlossen zu haben, ansonsten kann eine böse Überraschung auf sie zu kommen.

Die Fünf Gebote der Drohnen

Drohnen unter Fünf Kilogramm können fast überall in Deutschland ohne offizielle Gehnemigung geflogen werden. Trotzdem sollte man sich auf den Flug vorbereiten – und dabei einige Regeln und Gesetze beachten:

1. Brauche ich eine Gehnemigung?

Wer eine Drohne für Sport- oder Freizeitzwecke benutzt, benötigt keine Genehmigung, solange sie weniger als 5 Kilogramm wiegt. In diesem Fall ist sie ein Fluggerät und hat den gleichen Status wie ein Modellflugzeug. Sollte die Drohne mehr als 5 Kilogramm wiegen, oder zu kommerziellen Zwecken benutzt werden, braucht man eine Abfluggenehmigung. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Fotos oder Videos, die mit ihr aufgenommen wurden, verkauft werden. Genehmigungen werden von den Zivilflugautoritäten der jeweiligen Länder erteilt. Wiegt das kommerzielle genutzte Fluggerät weniger als 5 Kilogramm und hat keinen Verbrennungsmotor, gilt die Genehmigung in den meisten Bundesländern zwei Jahre lang. In Nordrhein-Westfalen kostet das 250 Euro, in anderen Bundesländern gelten unterschiedliche Preise.

2. Wo darf ich fliegen?

Überall wo es nicht verboten ist. Es gibt einige Prinzipien die eingehalten werden sollten. Eine Drohne muss immer im Sichtfeld der Person sein, die sie kontrolliert. Ein Quadrocopter wie die phantom 2 vision+, darf nicht mehr als 200 Meter über dem Meereslevel fliegen. Ein Fluggerät in einem unkontrollierten Luftraum darf ohne Genehmigung nur bis zu 762 Meter Höhe fliegen. Diese Höhe wird  in der Nähe von Luftlinien stetig gesenkt. Abheben in der näheren Umgebung, d.h. innerhalb von 1,5 Kilometern, eines Flughafens ist verboten. Oft gibt es über großen Städten eine Flugverbotszone, wie zum Beispiel über Berlin, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Köln. Fliegen ist ebenfalls über Gebieten mit Schusswaffen, über Industrieanlagen und Militäranlagen verboten. Wer mehr darüber herausfinden möchte, kann sich an die ICAO (international civil aviation organisatiom)wenden, deren Karten n Buchläden zu erhalten sind. Einfacher zu erhalten sind Karten für inoffizielle Luftfahrer, die es auf der Website skyfool.de auf den jeweiligen Karten auf Google Earth gibt. Es ist verboten einen Quadrocopter über eine Menschenansammlung zu fliegen.

3. Muss Ich versichert sein?

Ja. Eine private Haftpflichtversicherung deckt Schäden, die von Modellflugzeugen verursacht wurden, normalerweise nicht ab. Daher ist eine spezielle Haftpflichtversicherung für den Modellflug in Deutschland seit 2005 Pflicht, egal ob aus kommerziellen oder Freizeitgründen geflogen wird. Solche Versicherungen gibt es für Mitglieder eines Modellflugzeugvereins. Der Deutsche Modellflugverein (DMFV) bietet ebenfalls Versicherungen an. Wenn Sie kein Mitglied, sondern ein “Wildflieger” sind, informieren sie sich über die Deutsche Modellsport Organisation (DMO). Sie bietet eine Versicherung für ein Jahr für weniger als 40 Euro an, die weltweit mit Ausnahme der USA gilt.

4. Was dürfen Drohnen filmen?

Wer Menschen ohne Erlaubnis fotografiert oder filmt, verletzt deren Recht auf das Bild. Das gilt jedoch nicht für Aufnahmen von großen, öffentlichen Veranstaltungen wie zum Beispiel von Konzerten, bei denen das Individuum nicht das Augenmerk der Aufnahme ist. Generell gesagt, es ist keine gute Idee eine Drohne über den Zaun des Nachbarn fliegen zu lassen, um dort Bilder zu machen. Dies kann strafrechtlich verfolgt werden. Was nicht von einer öffentlichen Straße aus sichtbar ist, sollte ebenfalls nicht aufgenommen werden. Die sogenannte Panoramafreiheit gilt, laut Experten, nur für Dinge, die auch sonst ohne jegliche Hilfsmittel von öffentlichen Straßen aus sichtbar wären. Sie gilt also nicht für Flugfotografie.

5. Wer darf fliegen?

Es gibt keine gesetzliche Regelung für die Altersgrenze von Leuten, die eine Drohne für Freizeitzwecke fliegen wollen. Es müssen auch im Vorhinein keine Flugfähigkeiten demonstriert werden. Daher können Kinder durchaus Fluggeräte fernsteuern. Wegen den oben genannten Regeln ist es jedoch ratsam eine Aufsichtsperson dabei zu haben.

Wo darf man Drohnen und Quadrocopter fliegen?

Vor einigen Wochen haben wir bereits über ein neues Projekt in den USA berichtet, das Punkte und Areale auf Karten markiert, über denen man nicht fliegen darf. Leider ist diese Karte bisher auf die USA begrenzt, doch auch hier gibt es Regeln wo und wo man nicht fliegen darf. Es gibt in Deutschland zum Beispiel 16 internationale Flughäfen, von denen man Abstand halten sollte. In einem Umkreis von 1,5 Kilometern von diesen darf man keine unbemannten Fluggeräte abheben lassen. Auch ein kurzes Eindringen in diese Zone von Fluggeräten, die bereits in der Luft sind, ist verboten. Aber auch wenn man sich gerade so außerhalb der Zone befindet sollte man aufpassen: Jedes Fluggerät, welches in die sogenannte „Kontrollzone“ fliegt, braucht einen spezielle Genehmigung im Flugverkehr fliegen zu dürfen, um die Konrollsicherheit zu gewährleisten. Diese Kontrollzone kann sich 15-35 Kilometer im Umkreis des Flughafens befinden. Diese Regeln gelten auch für nationale Flughäfen mit viel Verkehr. Ausnahme: Wer nicht höher als 30 Meter fliegt, benötigt keine Genehmigung.

Wo ist das Fliegen immer noch absolut verboten?

Unter garkeinen Umständen darf man mit einer Drohne oder einem Quadrocopter über Menschenmengen, Militäranlagen, Industrieanlagen oder Krankenhäuser fliegen. Die Sicherheitskräfte sind da sehr empfindlich, besonders wenn es um öffentliche Veranstaltungen, Auftritte oder Reden geht. Wer dort eine Drohne fliegt, kann hart bestraft werden.

Wie hoch darf die Drohne fliegen?

Seit dem 1. Juni 2015 dürfen Drohnen, die (einschließlich der Kamera) unter 5 Kilogramm wiegen, maximal 30 Meter hoch fliegen. Dafür hat die Deutsche Flugsicherung eine Sammelerlaubnis erteilt. Fluggeräte, die unter 25 Kilogramm wiegen, dürfen maximal 50 Meter hoch fliegen

Was ist mit der Privatsphäre, wenn die Drohne eine Kamera hat?

Da viele Quadrocopter mit einer Kamera ausgestattet sind, gibt es dafür Regeln. Wir haben dies bereits in einem eigenen Artikel angesprochen. Ein Spionageflug in den Garten des Nachbarn ist natürlich verboten. Sie dürfen ebenfalls nicht in fremden Häusern oder in Schwimmbädern filmen. Die Regeln sind leicht zu merken: Sie dürfen mit einer Drohne all das filmen, was Sie mit dem bloßen Auge und ohne technische Hilfsmittel erkennen können.

Darf Ich außerhalb der Sichtweite fliegen?

Nein. Ein Flug ist nur dann erlaubt, wenn die Drohne im Sichtfeld bleibt – ein Fernglas oder eine Kamera, die direkt zur Fernsteuerung überträgt gelten nicht. Es gibt nur eine Ausnahme: Wenn Sie zu zweit sind, ist es genug wenn eine Person den Luftraum im Auge behält und mit dem Steuernden in Kontakt steht.

Was, wenn Schaden entsteht?

Wenn Schäden durch eine Drohne oder einen Quadrocopter verursacht werden, ist nur der Pilot dafür verantwortlich. Sie sollten im Vorhinein Kontakt  mit Ihrer Versicherungsfirma aufnehmen, und fragen ob Ihre Haftpflichtversicherung einen Flug mit der Drohne abdeckt. Sonst ist eine zusätzliche Versicherung notwendig.

Die Regeln des LuftVG (Luftverkehrsgesetz) und des LuftVO (Luftverkehrsordnung) gelten auch für Drohnenflüge. Letztendlich sollten Sie einfach sicher gehen, dass Sie und Ihre Umgebung sich nicht in Gefahr befinden.